Die KHD-Hallen in Köln: Urbex mit dem WDR

Mit dem WDR unterwegs in den KHD-Hallen in Köln
Mit dem WDR unterwegs in den KHD-Hallen in Köln
  1. 1 Der Weg zu den KHD-Hallen
  2. 2 Die KHD-Hallen
  3. 3 Urban Exploration und die Medien: Verträgt sich das?
  4. 4 Sag mir deine Meinung!

Die KHD-Hallen in Köln werden vielen ein Begriff sein: Ein riesengroßer, alter Lost Place voller Graffitis. Ich habe sie mir mit Robert vom WDR, der momentan fürs Radio verbotene und verlassene Orte in der Nacht besucht, angeschaut. KHD, das steht für Klöckner-Humboldt-Deutz, einen mehr als 150 Jahre alten Maschinenbaukonzern und sein altes Werksgelände - samt der riesigen Hallen, welche heute immer noch stehen. Fotos gibts natürlich auch! Außerdem: Lost Places in den Medien - ist das gut?

Vor kurzem schrieb mir Robert also, ob ich nicht Lust hätte ihn für seine Radioserie "Nachts im..." - dunkel und verboten! auf eine unserer Urbex-Touren mitzunehmen. Sofort dachte ich: Klar, das passt ja wie die Faust aufs Auge! Andererseits: Urbexen und die Medien – passt das? Doch dazu später mehr. Ich habe mich jedenfalls sehr über seine Anfrage gefreut und direkt zugesagt.

Sendetermin: Sobald der Termin bekannt ist, werde ich ihn hier – inklusive einem Link zum Podcast auf der Seite vom WDR – veröffentlichen.

Doch wohin sollte es gehen? Klar, es sollte zwar ein spannender verlassener Ort sein, doch sollte er auch nicht zu gefährlich oder zu „verboten“, wie z.B. unsere letzte Bunker-Tour, sein. Da fielen mir die KHD-Hallen in Köln ein: Riesengroß, einigermaßen leicht zugänglich und nicht bewacht. Top!


Der Weg zu den KHD-Hallen

Ich mache mich also ein paar Tage später auf den Weg nach Köln um mit Robert den besagten „Lost Place“ zu erkunden. Nach etwa einer Stunde Fahrt komme ich an und laufe zum vereinbarten Treffpunkt, wo ich ihn dann um 22 Uhr treffe. Wir rauchen noch eine, quatschen ein paar Minuten und machen uns auf die Socken.

Ich war mir allerdings nicht wirklich bewusst, dass ich so viel erzählen sollte/würde, und kam mir ein wenig ins kalte Wasser geschmissen vor. Aber halb so wild, war alles ganz locker und entspannt. Hat richtig Spaß gemacht. So laufen wir nun also zu den Hallen: Er Fragen stellend mit dem Mikro in der Hand, ich mit antwortend und mit selbigem im Gesicht.

Eine der KHD-Hallen mit Graffitis
Eine der KHD-Hallen mit Graffitis
Ab nach oben!
Ab nach oben!

Die KHD-Hallen

An den KHD-Hallen angekommen, suchen wir nach einem Eingang und merken: Man kann tatsächlich einfach bis direkt zu den Hallen schlendern. Entspannt. Wir schlüpfen durch ein kaputtes Fenster und finden uns in der ersten großen, dunklen Halle wieder. Sie ist wirklich riesig. 20 Meter hoch und mindestens Fußballfeldgröße. Dadurch, dass ich die meiste Zeit in Roberts Mikrofon spreche, verplane ich es allerdings ein vernünftiges Foto von dieser Halle zu machen. Sorry, unscharf.

Historisches: KHD steht für Klöckner-Humboldt-Deutz, einen 1864 gegründeten Motoren- und Traktorenhersteller aus Köln Deutz. Auch heute arbeiten noch mehrere tausend Menschen für den Konzern. Nun heißt er nur noch Deutz AG.

Dann merken wir, dass die Halle direkt neben der, in der wir uns befinden, noch in Betrieb ist. Durch ein paar kaputte Fenster können wir in ihr Inneres blicken: Brennendes Licht, laufende Maschinen, Arbeit in vollem Gange. Wir sind also vorsichtig.

Doch weiter geht’s: Wir erkunden die Halle, dann noch eine und noch eine. Alle sind sie alt, riesig und es finden sich unzählige Graffitis. Es riecht noch nach Maschinenöl. In einer steht mitten im Raum eine Badewanne, darauf der Spruch: „Wir baden nie!“. Sehr gut!

Böse Augen: Blick in intakte Fabrik gegenüber
Böse Augen: Blick in intakte Fabrik gegenüber
Eines der zahllosen Graffitis in den KHD-Hallen
Eines der zahllosen Graffitis in den KHD-Hallen

Um zur interessantesten Halle zu kommen müssen wir dann aber doch kurz einen Bauzaun aus seiner Fassung heben und darunter hindurchkriechen. Also einen Moment, in dem kein Auto kam, abgewartet und los gehts – dieser „Lost Place“ ist wie gesagt mitten in Köln. Wieder stehen wir in einer großen, mittlerweile äußerst bunten Halle. Eine Wand erscheint wie eine Art Gesamtkunstwerk.

Zwar ist es stockfinster – mittlerweile ist es knapp 0 Uhr – aber unsere Taschenlampen können wir nur begrenzt benutzen, da man uns sonst von der Straße aus sofort sehen würde. Noch ein paar Fotos gemacht, ein kurzes Interview und fertig. Unter dem Bauzaun durch, wieder zugemacht und wir schlendern zurück zu den Autos. Er zum WDR-Wagen, ich zu meinem mächtigen Seat Arosa.


Urban Exploration und die Medien: Verträgt sich das?

Der viel beschworene Kodex Take nothing but pictures, leave nothing but footprints: Klaro, haben wir uns natürlich dran gehalten. Allerdings legen die meisten Urban Explorer ja auch sehr viel Wert darauf, dass sich Adressen nicht herumsprechen, um die verlassenen Orte vor Zerstörung zu schützen. Auch die Adresse wird in dem Radio-Beitrag natürlich nicht genannt.

WDR-Mikrofon von Robert auf der Badewanne
WDR-Mikrofon von Robert auf der Badewanne

Doch reicht eventuell schon allein die Tatsache, dass medial über „Lost Places“ berichtet wird aus, um immer mehr Leute dort hinzulocken? Jein. Einerseits: Klar, Sendungen wie Galileo usw. haben das Interesse an Urban Exploration in den letzten Jahren natürlich stark ansteigen lassen.

Andererseits: Die mediale Berichterstattung hat auch keinen anderen Effekt, als das Zeigen von unzähliger „Lost Place“-Fotos in sozialen Netzwerken. Eventuell ist die Reichweite höher.

Die Zeiten, in denen die Urban Exploration-Szene noch ausschließlich underground-mäßig in den Pariser Katakomben und der Moskauer Metro herumgeschlichen ist, sind mittlerweile jedoch so oder so vorbei.

Ich fand es jedenfalls sehr cool mal jemanden vom WDR dabei zu haben und würde es wieder tun.


Sag mir deine Meinung!

Was meinst du? Lassen sich Urban Exploration und dessen Darstellung in den Medien verbinden? Oder ist das für dich zu viel des Guten? Ist es mittlerweile sowieso allseits bekanntes Spießer-Hobby, ober immer noch „verboten“? Das würde mich sehr interessieren, vor allem die Begründung. Falls du magst, schreib es mir, oder lass einen Kommentar dazu da.


An dieser Stelle ein herzliches „Danke!“ an Robert und wie immer hoffe ich, dass die Geschichte und die Bilder gefallen haben! Falls nicht: Natürlich auch nicht schlimm.

Bis bald, liebe Freunde!

Erscheinungsdatum

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6 Kommentare

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[QUOTE=Max M.]Kommentar v. Max[/QUOTE]
  1. jeanette
    jeanette |

    Hey Finn,
    dein Bericht ist wieder super gelungen und interessant!
    Danke dafür!
    Ich kann nur von mir sprechen...
    Ich hab mich schon als Teeny in alten Häusern und Fabrikhallen aufgehalten und das ist jetzt schon fast 30 Jahre her!
    Allerdings kannten wir damals keinen Namen für das was wir machten, sondern sagten einfach": lass mal wieder ins alte Haus gehen"
    Dann bekam ich irgendwann ein Kind und hatte weder Zeit noch Lust in verottenden Gemäuern rum zu hüpfen!
    Aber langsam kommt das Interesse und Kribbeln zurück...
    Ich denke Leute die sich dafür interessieren, tun das sowieso, egal ob in den Medien darüber berichtet wird oder nicht!
    Die, die durch die Medien von diesem "Hobby" erfahren, machens vielleicht um mal mitsprechen zu können, gehen dann aber doch wieder zum Tennis über, was ja auch ein schönes Hobby sein kann...

    1. Finn (SagtMirNix)Finn (SagtMirNix) |

      Hi Jeanette,

      danke für deinen Kommentar!

      Bei uns wars genau so. Hatten hier früher nen altes Stahlwerk direkt vor der Tür, auf dem wir immer rumgeturnt sind. Natürlich noch ohne zu fotografieren, oder so. Bin zwar erst 26, ist aber auch schon 13 Jahre her... Wurden dann aber nach ein paar Wochen, in denen wir täglich dort waren, von der Polizei erwischt :D

      "Urban Exploration" oder so gabs damals - soweit ich weiß - auch noch nicht.

      Wenn du wieder Spaß dran gefunden hast, dann leg los! :)

      Viele Grüße,
      Finn

  2. ChristianChristian |

    Ich finde die Berichterstattung gut in den Medien. Klar, man meint dass dadurch die Anzahl der Vandalen steigen würde, aber das glaube ich nicht. Meistens sind die Vandalen nur die Dorfjugend oder die Stadtjugend, die einen Platz zum Sprayen brauchen. Nur in den seltensten Fällen ist es so dass die Leute wirklich gezielt nach etwas suchen. Schlimme finde ich dann die, die verlassene Krankenhäuser, etc. suchen um den Kick zu bekommen und sich dort nur aufhalten um das Adrenalin steigen zu lassen. Aber auch das sind leider Leute die wenig bis keine Rücksicht darauf nehmen, dass es sich um einen Ort handelt der zwar verlassen ist aber noch jemanden gehört.

    Ich selber finde es gut wenn in den Medien ein wenig drüber berichtet wird - das Hobby ist ja noch recht unbekannt, aber vielleicht für viele interessant. Und selbst am eigenem Blog merke ich wie hoch die Nachfrage ist, wenn Galileo oder so drüber berichtet ;)

    1. Finn (SagtMirNix)Finn (SagtMirNix) |

      Hi Christian,

      ich glaub, ich weiß auf welches Krankenhaus du anspielst... Bis vor kurzem gabs in NRW ja noch eins in dem noch nen CT und nen Kindersarg herumstanden. Da hat dann ja wohl irgendwann jemand den Pathologie-Tisch zerkloppt und im Keller hats gebrannt, wenn ich mich nicht irre... Nicht gut :/

      Haha, ja das stimmt, wenn im TV irgendwas über "Lost Places" kommt, steigen die Besucherzahlen direkt enorm an :D

  3. Toni
    Toni |

    Die KHD Hallen sind auf jeden Fall einer der riesigsten Lost Places Köln und in NRW. Ich war schon kA wie oft da :-) Aber gibt hier auf jeden Fall auch noch ein paar andere Lost Places in Köln die ihr auf jeden Fall mal abchecken müsst! Kannst dich gern bei mir melden!

    1. Finn (SagtMirNix)Finn (SagtMirNix) |

      Ich mag die alten Deutz-Hallen auch, und riesig sind sie wirklich! Gibt aber noch ein paar Kölner Lost Places, die noch ne ganze Ecke interessanter sind! :)

      Viele Grüße,
      Finn

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